Das Leben, das Universum und der ganze Rest

Annährungen an eine unbekannte Fragestellung

Category : Der Rest

Das Schnabeltier an sich

Nach wie vor gelangen rund 96% meiner Besucher auf diese Seiten, weil sie nach einem Bild von einem Schnabeltier suchen. Ich muss sagen, dass mich dieser Umstand doch ein wenig überrascht hat (die nebenstehende Grafik zeigt die Verteilung der Suchbegriffe (nur Bilder), über die Leser die hier her gefunden haben).

Diese Zahlen haben mich neugierig gemacht – Zeit für ein wenig Statistik. Im vergangenen Monat haben täglich rund 25 Besucher meiner Seiten nach dem Bild von einem Schnabeltier gesucht. Bei gleichbleibendem Verkehr auf dieser Seite macht das 9.125 Schnabeltierbildsucher im Jahr, wobei die Dunkelziffer nur zu schätzen bleibt, denn nicht jeder Schnabeltierbildsucher wird ausgerechnet meine Abbildung im Suchergebnis angeklickt haben.
Aber das ist noch immer nur die halbe Miete, denn die Volltextsucher landen natürlich nicht in meinem bescheidenen kleinen Blog. Google-AdWords macht es möglich, dass wir auch diese Zahl heraus finden können: jährlich kommen nochmals 18.100 globale Anfragen nach unserem pelzigen Freund hinzu. Damit wären wir nun bereits bei erstaunlichen 27.225 Internetnutzern, die nach dem Begriff Schnabeltier suchen. Mit diesem Rechenschritt haben wir nun natürlich die Teilmenge derjenigen nicht berücksichtigt, die nach einem Bild und nach Text gesucht haben. Aber nun gut, nehmen wir der Einfachheit halber an, dass sich diese Zahl mit der oben unter den Tisch gefallenen Dunkelziffer deckt.
Aber halt, das ist noch immer nicht alles, denn wir haben hier nur die Internetnutzer erfasst. Im vergangenen Jahr haben 69,4 Prozent der über 14 jährigen in Deutschland wenigstens gelegentlich das Internet benutzt. Wenn wir nun also davon ausgehen, dass das Interesse in der übrigen Bevölkerung mit fehlendem Internetzugang ebenso hoch ist, dann erhöht sich die Anzahl der Suchenden auf 35.555.

Erstaunlich: 35.555 Menschen im deutschsprachigen Raum suchen jährlich nach weiterführenden Informationen über Schnabeltiere!
(diejenigen, die nur hin und wieder mal an Schnabeltiere denken, nicht mitgerechnet)


Leere Seiten

Es soll Leute geben, die ein leeres Blatt Papier als inspirierend empfinden. Ich nicht, ich finde sie heimtückisch. Nicht nur, dass es einem das Hirn schmelzen kann sie an zu starren, sie starren sogar meistens höhnisch zurück. Wenn das Blatt erst einmal spürt, dass man keine Idee hat, kann es hässlich werden – Lange Pausen mutieren zur Nervenzerreißprobe und lassen den Kontrahenten zum weißen Loch werden, das jeden Anflug eines Gedankens sofort unwiderruflich aufsaugt. Die zugegeben etwas waberigen und leicht watteartigen Ansätze, die einem grad eben noch durch den Kopf schwirrten, entschwinden durch Raum und Zeit, auf dass sie in einem anderen Universum eventuell jemandem als Geistesblitz erscheinen mögen. Ersatzhandlungen wie Stiftspitzen, Funktion des Kulis testen oder Strichmännchen malen werden leider meist durchschaut, was wiederum das Starren der Seite noch intensivieren kann.

Leere Formularfelder im Web haben diese Fähigkeiten wie es scheint adaptiert. Auf Ratlosigkeit reagieren sie nicht nur wie ihre Hardware-Verwandten gern mit einem besonders strahlenden Weiß, sie haben ihr Repertoire auch noch um den besonders penetrant blinkenden Cursor erweitert. Es hilft leider auch nichts, sie mit anderen offenen Fenstern zu verdecken, da starren sie ungehindert durch. Vielleicht gründet sich ja auch darauf der Begriff “Fenster” – die dekorative Umrahmung des Ausblicks den das Editierfeld so auf den dümmlichen User hat. Wer weiß schon, ob sie nicht mit einer Tüte Popcorn auf der anderen Seite sitzen.

Zum Glück liegt die Zeit der Schulaufsätze, in der wir immer wieder dieser unbarmherzigen Tortur ausgesetzt waren, schon lange hinter mir. Wer die Tücke kennt, der kann ihr ausweichen. Ich nähere mich keinem leeren Blatt oder Feld mehr, ohne nicht mindestens zwei Absätze im Geist vorformuliert und textsicher auswendig gelernt zu haben. Nachdem mein Blog und ich das nun zwischen uns geklärt haben, werden wir denke ich gute Freunde werden.