Das Leben, das Universum und der ganze Rest

Annährungen an eine unbekannte Fragestellung

Category : Das Universum

Sockenmonster und Quantenphysik

Ich hätte diesen Artikel gern etwas früher veröffentlicht, aber das Schweinehund-Duell, das ich in den vergangenen zwei Wochen geführt habe, ließ dies leider nicht zu, da dieser Kampf meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit erfordert hat. Es geht hierbei um die Frage, ob verschwundene Socken letztlich zur Instabilität unseres Universums führen könnten. Mein Stichtag für die Veröffentlichung meiner diesbezüglichen Überlegungen sollte eigentlich der 9. Mai sein, denn da war es mal wieder so weit.

Hierzulande ist dieses Datum weniger populär, doch in den USA scheint es sich bereits als fester Feiertag etabliert zu haben – der Lost Sock Memorial Day. Ein Tag, an dem man traditionell inne hält, um all der einzelnen Socken zu gedenken, die man an hungrige Waschmaschinen verloren hat. Fast jeder kennt die Situation: Nichts böses ahnend entnehmen wir der Maschine eine Ladung Wäsche, um dann beim Sortieren festzustellen, dass es schon wieder passiert ist. Eine einsame Socke hat ihren Partner verloren. Traurig sieht sie uns an, denn sie möchte nicht in die hinterste Ecke der Schublade verbannt werden, wo bereits all die anderen partnerlosen Socken auf ihren Gefährten warten. In seltenen Fällen gibt es eine freudige Wiedervereinigung, wenn man die verloren Geglaubte im Dichtungsgummi wiederentdeckt oder sie unbeschadet aus dem Ärmel eines anderen Kleidungsstückes herauspurzelt. Das ist jedoch die Ausnahme.

Dieses Mysterium ist so allgegenwärtig, dass sogar die Industrie bereits darauf geantwortet hat. In den USA gibt es ein Geschäft, das Socken nicht im Paar sondern im Dreierset verkauft, wobei die zugehörigen Socken sich zwar ähneln, aber nicht exakt gleichen (www.littlemissmatched.com). Eine schöne Geste, wie ich finde, denn es gibt unseren Socken eine gewisse Sicherheit, eben nicht in dieser hinterletzten Ecke der Wäscheschublade zu landen.

Doch wohin entschwinden all diese armen Sockenseelen, welches wundersame Schicksal wird ihnen zuteil? Diese Frage hat schon viele Gemüter bewegt und ebensoviele sonderbare Theorien zutage gefördert. Die acht verbreitetsten davon, sowie auch die wissenschaftlich erwiesene und erschreckende Wahrheit möchte ich an dieser Stelle gern zusammenfassen: Read More…

Owned by Evolution

Biologie Leistungskurs, Thema Evolution, ich glaube es war die zehnte Klasse. Der hagere Mann mit Halbglatze und Bart vor der Tafel wartet auf Antworten. Eine einsame tapfere Wortmeldung irgendwo ganz hinten im Raum: „Durch die Evolution…“ – „Nein, nein, nein, das fängt ja schonmal völlig falsch an!“ Verunsicherung. „Äh… Na die Evolution bewirkte, dass…“ – „Herrje, lass gut sein!

Das Grundprinzip, das uns zum Thema Evulotion wohl am pedantischsten in niemals enden wollenden Stunden eingehämmert wurde, war: Die Evolution entwickelt nicht, sie IST die Entwicklung. Sie handelt nicht, sie bewirkt nicht und sie macht nicht. Sie hat weder Ziel noch Zweck noch Vernunft.
(Danke, Herr von Busch, ein paar Dinge sind haften geblieben!)

Befasst man sich nun mehr oder weniger eingehend mit den Theorien Darwins, so kommt man eigentlich nicht umhin, sie als plausibel oder wenigstens als den besten aller bisherigen Lösungsansätze zu betrachten. Befasst man sich nun weitergehend aber statt nur mit der Botschaft (beziehungsweise deren Übermittlung) auch mit den Boten, so finde ich es schwer, der Evolution nicht wenigstens einen Sinn für Humor sowie einen gewissen Hang zur Dramatik zu unterstellen. Ich glaube es würde micht nicht überraschen, wenn auf einem der noch zu entdeckenden Fossilien (ein deutlich über 120 Millionen Jahre altes Schnabeltier zum Beispiel würde sich anbieten) in Großbuchstaben aber gut versteckt das Wort „OWNED!“ zu lesen wäre.

Ein besonders mannigfaltiges Feld der Kuriositäten bietet die Welt der Symbionten und Parasiten. Komplexe, verwobene und verworrene Strukturen, bei denen die für sich allein gestellte Anpassung A ohne die exakt gleichzeitig auftretende Anpassung B nicht unmittelbar von Vorteil scheint. Die jeweilige Wahrscheinlichkeit, dass Anpassung A oder B auftritt, ist ohnehin schon astronomisch gering, aber nun gut, Zeit und Größe des Genpools machen es möglich. Wie gering ist nun aber die Wahrscheinlichkeit, dass A und B auch noch gleichzeitig auftreten, damit auch ein Vorteil dabei herauspringt? Ein Fall für den unendlichen Unwahrscheinlichkeitsdrive würde ich sagen – möglich, aber eben verdammt unwahrscheinlich.

Als ähnlich schwer nachzuvollziehen empfinde ich, wie manch komplexe Prozesse, deren einzelne Phasen für sich gestellt funktionslos wären, sich schrittweise entwickelt haben sollen. Ein Parasit beispielsweise, der über einen Zwischenwirt letztlich wieder in sein Mutterschiff gelangt, der macht schon eine wirklich ziemlich lange und ausgeklügelte Reise. Hm – Schrittweise? Das erinnert mich an die Formulierung „ein bischen schwanger sein“. Dass eine solche Anpassung aber in nur einem Schritt durch ein paar simple Schreibfehler im Code passiert, indem hier und dort mal aus einem G ein T wird, ist irgendwie – möglich, aber verdammt unwahrscheinlich.

Ein schönes und immer wieder gern verwendetes Beispiel für einen solchen Ablauf  ist der kleine Leberegel (Dicrocoelium dendriticum – aber nennen wir ihn der Einfachheit halber Horst). Für gewogene Leser, die vielleicht noch nichts von Horst gehört haben, möchte ich hier kurz seinen Lebenszyklus umreißen. Read More…